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Dobermann-Nothilfe, Happy-End für Hunde.


Snoop

Kontakt:

 Ute

spirit-cologne at gmx.de



Ganz schön Schwein gehabt...

Hallo liebe Hundefreunde, die lieben Helfer von der dobermann-Nothilfe haben mir gesagt, ich soll hier doch hier mal berichten, wie es mir so ergangen ist, seit sie mich im Oktober 2010 aus Polen mit nach Deutschland gebracht haben.

Also dann: Ich denke vor allem, ich habe gleich mehrfach ganz schön Schwein gehabt. In Polen lebend, nicht klein und auch noch schwarz - da hat man kaum Chancen auf ein schönes zu Hause... Zum ersten mal hatte ich Schwein, als ich in das Tierheim nach Mielec in Polen gekommen bin, wo die Mitarbeiter mit den geringen Mitteln das Beste versucht haben.Wo ich vorher war, konnte man meinem Frauchen nicht sagen, aber es muss irgendwo an einer Kette oder in einem Zwinger gewesen sein, denn ich kannte weder Türen noch Treppen. So genau erinnere ich mich nicht mehr...aber es muss nicht schön gewesen sein, denn ich habe noch immer schreckliche Angst vor Gewitter.

Dann hatte ich Schwein, dass die Helfer(innen)von der Dobermann-Nothilfe 2009 im Tierheim Mielec waren und Fotos von mir gemacht und diese auf Ihre Homepage gestellt haben. Trotzdem sah es zunächst nicht gut für mich aus: Niemand wollte mich adoptieren und es hatte auch niemand ein Plätzchen als Pflegestelle für mich frei. So musste ich zusehen wie viele von meinen Kumpels nach Deutschland reisen durften, ohne dass ich mit durfte... Auch wurden viele neue Hunde im Tierheim fotografiert und auf die Homepage gesetzt wurden, so dass ich dort immer weiter nach hinten gerutscht bin und mir niemand Beachtung geschenkt hat. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben und mich immer wieder gefragt, was denn falsch an mir ist, dass mich keiner haben will...

Aber dann hatte ich das absolute Oberschwein: Mein Frauchen hat mein Bild auf der Hompage gesehen, obwohl es auf der letzten Seite war - und sich sofort in meine schönen Augen verliebt...*seufz* Mein Frauchen mußte sich ganz schön anstrengen, um mich dann tatsächlich nach Deutschland zu bekommen. Man wußte gar nicht, ob ich überhaupt noch im Tierheim bin und hat sie gefragt, ob sie nicht einen anderen Hund nehmen will, der so ähnlich aussieht wie ich. Aber wir waren wohl einfach für einander bestimmt - Sie hat nicht nachgelassen und wollte unbedingt mich! So wurde aus mir,den niemand wollte, dann doch noch ein echter Wunschhund!

Und dann ging auf einmal alles ganz schnell; Ich wurde gechipt, geimpft und kastriert und ehe ich mich versah, saß ich im Transporter nach Deutschland. Als der Transporter endlich hielt waren wir alle ganz aufgeregt. Ich machte mir etwas Sorgen, ob mich wohl jemand haben wollte, zumal ich vom Leben im Tierheim und der langen Fahrt nicht ganz sauber war und etwas streng roch. Und dann auf einmal ging die Tür von meiner Box auf und eine Frau hob mich von der Ladefläche sanft auf den Boden und kniete sich dann neben mir hin und hatte nur Augen für mich. Ich war ganz aus dem Häuschen und drückte mich ganz fest an sie und als sie ganz sanft meinen Kopf in die Hände nahm und mich ansah, da keimte auf einmal eine Hoffnung in mir auf: sollte ich tatsächlich ein Frauchen gefunden haben? Als sie mich dann ganz fest an sich drückte, wußte ich, dass mein jahrelanger Wunsch endlich in Erfüllung gegangen war: Ich hatte endlich jemanden, zu dem ich ganz fest und für immer gehöre.

Von da an gab es soviel zu erkunden: Mein neues zu Hause mit einem eigenen Körbchen und jeder Menge Spielzeug und Leckereien, der erst einmal etwas unheimliche Straßenverkehr, aber auch ganz freies Laufen auf riesigen Wiesen und im Wald, unbeschwertes Spielen mit anderen Hunden und jede Menge Kuscheleinheiten - Ich wußte nicht, dass sich ein Hundeleben so anfühlen kann!

Leider hat sich herausgestellt, dass ich nicht ganz gesund bin: Ich bekomme Zeit zu Zeit epileptische Anfälle. Erst mal hat mein Frauchen schlimm geweint, weil Sie schon einmal einen Hund mit 3,5 Jahren durch Epilepsie verloren hat und Angst hatte, dass es mit mir genauso schlimm endet. Aber bei mir ist die Krankheit wohl nicht so schlimm. Ich bekomme inzwischen 2 x am Tag Tabletten und habe dadurch nur noch alle 4-6 Wochen einen Anfall. Mein Frauchen sagt, auch wenn sie weiß, dass wir vielleicht durch die Krankheit nicht so viel Zeit mit einander haben werden, als wenn ich gesund wäre, würde sie mich gegen keinen Hund der Welt eintauschen wollen! Wir freuen uns einfach doppelt über jede Minute, die wir zusammen sein können.

Ich lebe inzwischen seit 2 Jahren bei meinem Frauchen und ich weiß manchmal gar nicht wohin mit meiner Energie und guten Laune - mein Frauchen sagt immer, ich sei ein Clown und hätte nur Blödsinn im Kopf - kann ich gar nicht verstehen, ich finde es eigentlich nur künstlerisch kreativ, wenn ich in Abwesenheit meines Frauchens ihre Küche mit Mehl dekoriere und das restliche Häufchen Mehl in der Mitte dann noch mit der zerrupften Tüte und einem Turnschuh von meinem Frauchen garniere - wenn das ein Mensch gemacht hätte, würde man moderne Kunst dazu sagen...

Seit einem Jahr habe ich auch noch ein "Schwesterchen" bekommen: Sie heißt Loulou und kommt aus Griechenland. Eigentlich sollte sie ja nur für 1,5 Wochen bleiben - Notfallpflege nennt mein Frauchen das - aber dann hat sie mein Frauchen mit ihren großen runden Kulleraugen becirct und wir haben uns auch so gut verstanden, dass Sie einfach geblieben ist. Man kann ganz toll mit ihr kuscheln und toben - aber manchmal ist sie auch ganz schön frech..."Mußt du gerade sagen.." sagt mein Frauchen - nur weil ich sie ab und zu mal am Schwanz von der Couch runter ziehe...aber ihr puscheliger Schwanz ist einfach zu verlockend...*grins*

Auf dem Gruppenfoto bin ich übrigens links zu sehen, zusammen mit Loulou (mitte) und meinem Freund Mino aus Spanien (rechts)

Zum Abschluß möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei allen, die den vielen verlorenen Seelen, die wie ich in Polen im Tierhheim gesessen haben oder noch sitzen, durch organisatorische oder finanzielle Hilfe, durch Bereitstellung einer Pflegestelle oder durch Adoption eine Chance auf ein artgerechtes, glückliches Hundeleben bieten. Niemand wird euch jemals mit soviel echter Zuneigung danken, wie wir Hunde.