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Dobermann-Nothilfe, Happy-End für Hunde.


Ein Hund aus Polen muß das sein?

Kontakt:

 Corinna B. Müller

jean_de_florette at web.de



An alle Zweifler und Kritiker! Von jemandem der auszog einem armen Hund die Chance zum Überleben zu geben und sich für einen Hund mit Migrationshintergrund entschied.

Es liegt schon ein wenig zurück da verspürte ich den Wunsch mir wieder einen Hund anzuschaffen und es sollte wieder ein Hund sein den keiner mehr wollte.Ein älterer "Secondhandhund".Welpen haben immer eine Chance ein Zuhause zu finden(sie sind ja so klein und niedlich) und außerdem könnte ich einem Welpen nicht gerecht werden.

Also ging ich ins Internet und rief viele Seiten deutscher Tierheime auf.Hunde gab es viele ,aber es war nichts passendes für mich dabei.Irgendwie schon komisch ,die Tierheime sind voll,aber im gesamten Bundesgebiet kein Hund für mich.

Dann landete ich über irgendeinen Link bei den Hunden aus Polen bzw.aus dem Tierheim Mielec.Über die dort herrschenden Zustände war ich sehr betroffen und sah mir die Hunde wieder und wieder an .Sie wollten mir nicht mehr aus dem Kopf.Es ist unvorstellbar das die dort untergebrachten Hunde die Zahl 500 überschreiten.Sorry,das kann man nicht Tierheim nennen.Ich nenne es Auffanglager.Die dort beschäftigten Tierschützer tun bestimmt alles in ihrer Macht stehende,aber bei so vielen Hunden und begrenzten Mitteln,wie soll das denn gehen.

Nein,das hat mit einem deutschen Tierheim nichts zu tun.Da leben unsere Hunde viel komfortabler.Sie kämpfen nicht ums Überleben.

Nach diesen Eindrücken beschloß ich das der Tierschutz nicht an der Grenze aufhören darf und ich entdeckte eine schüchtern wirkende Hündin die laut Beschreibung sehr zurückhaltend war und deshalb immer ins Hintertreffen gelang.Ja,diese Hündin sollte es sein.

Leider (schade für mich,aber toll für den Hund) hatte sie gerade eine Endstelle gefunden.

Also sah ich mir die Hunde nochmals an und mein Blick fiel auf eine Schäferhündin die bittend und erwartungsvoll,hoffend in die Kamera blickte.

Ich erkundigte mich über diese Hündin und wie sie mir beschrieben wurde passte sie in meinen Haushalt.Bei den ersten Erkundigungen stellte ich fest das sich die Mitglieder der Dobermannhilfe für diese Hunde aus dem besagten Tierheim einsetzen.-Fand ich toll-

Von Seiten der Dobermannhilfe wurde alles getan damit der Hund ein gutes Zuhause bekam.

Zunächst bekam ich Besuch von einem für den Tierschutz arbeitendem Mitarbeiter der sich das zukünftige Heim des

neuen Schützlings ansah.

Er fragte mich wie so viele Personen vorher auch warum ich mir denn einen Hund aus Polen zulegen wollte.In den deutschen Tierheimen gäbe es genug Hunde die auch einen Platz suchen.Tja,das stimmt wohl auch,aber ich habe bei meiner Suche nun mal nichts passendes gefunden.

Er war sogar skeptisch was die Seriösität der Vermittlung betraf.Hundehandel,ja? Ich war entsetzt und sehr unsicher.Nein,Hundehandel will ich nicht unterstützen.

Nun wurden diese Vermittlungen abgeklopft und als echte Tierschutzarbeit belegt und von allen dafür zuständigen Behörden als völlig korrekt bezeichnet.-Mir viel ein Stein vom Herzen.So,nun konnte es ja losgehen.

Jetzt ging alles seinen Gang .Der Übergabetermin,der Ort und auch die ungefähre Zeit wurden mitgeteilt.Es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt damit die Übergabe stattfinden konnte.

Endlich war es soweit.Der Transporter kam und als die Tür geöffnet wurde blickten viele unschuldige Hundeaugen in eine für sie ungewisse Zukunft.Die Strapazen der langen Fahrt und auch der Stress war ihnen deutlich anzusehen.Alle wollten nur Eines:raus aus dem Käfig.Ich erblickte meine Hündin sofort .-Santa-Sie füllte die ganze Transportbox aus und konnte es kaum erwarten das es los ging.Sie war voller Tatendrang,zog an der Leine und sog mit der Nase all die fremden Gerüche wie ein Staubsaugeer auf.Ich glaube sie hat viele Romane gelesen.Nun stieg sie brav ins Auto und wir fuhren in ihr neues Zuhause.Ich zeigte ihr den Garten und sie verrichtete sofort ihr kleines Geschäft.Dann ab ins Haus.Oh,ein eigenes Körbchen!Jetzt nur noch eines:viel trinken und noch mehr schlafen...Die erste Nacht stand uns bevor und ich hatte Nachtschicht.Oh,wie war ich gespannt als ich die Tür morgens aufschloß.Wie die Wohnung wohl aussieht,war sie sauber?Ich hatte mich schon auf größere Aufräumarbeiten und Putzaktionen eingerichtet.Zu meiner großen Freude und Überraschung hatte sie nichts gemacht außer geschlafen.Sie lag wedelnd in ihrem Korb , begrüßte mich und wir gingen spazieren.Santa ging vorschriftsmäßig an der Leine ,zog ein wenig da ja alles neu und aufregend war.Plötzlich machte sie einen Satz ins Gras und zu meinem Entsetzen hatte sie einen Igel im Fang.Ich schimpfte und sie ließ ihn sofort fallen.Nun aller Anfang ist schwer.Santa kannte ihren Namen nicht,versteht kein deutsch.Was will man da verlangen.Draußen ableinen wird vorerst nicht möglich sein,da ist der Jagdtrieb doch zu stark. Da ich dort wohne wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen und Bambi gerne mal vorbei schaut wird es leider nicht gehen.Dann muß sie eben am Rad laufen,was sie mitlerweile gelernt hat und für ihr Leben gern tut.Sie kann auch mit den Windhunden meiner Mutter durch den Garten toben.Die ersten Treffen mit den Rüden waren spektakulär .Sie begrüßten sich und dann ging die Post ab.Das war so eine wilde Hatz,das sie meine Mutter umrannte.Am nächsten Tag rannte sie so schnell mit den Rüden das sie die Kurve nicht bekam und kurzerhand über die Motorhaube des Autos sprang.Gott sei Dank ist weder Santa noch dem Auto etwas passiert.Da hatte ich also einen Stunthund.Tags darauf rannte sie nur noch eine Mülltonne über den Haufen.Mitlerweile liegt sie auch im Garten und genießt es dabei zu sein.Sie ist immer eifrig bemüht zu gefallen und nichts falsch zu machen.

Ihre änfängliche Angst vor Autos schwindet allmählich und ihre große Unterwürfigkeit verbessert sich stetig.Santa ist eine zu allen Menschen und Hunden freundliche Hündin und bleibt sogar ruhig,wenn sie von kleineren Hunden angebellt wird.Gut,eine Schäferhündin mag sie nicht.Das ging allerdings von der anderen Hündin aus.Vermutlich hat sie Santa als "Pollak"beschimpft und Santa würde das gerne klären.

Santa wohnt nun seit 6 Wochen bei mir und ich muß sagen für einen Hund der auf der Straße gelebt hat,der ums Überleben kämpfen mußte,der Menschen nicht immer als freundlich erfahren mußte ,verhält sie sich bewundernswert.Sie ist zu allen Menschen freundlich ,zu Hunden freundlich ,mag Kinder ,war von Anfang an sauber ,kann alleine bleiben und macht nichts kaputt.Na,gut manchmal beklaut sie mich wenn ich nicht alles wegräume,aber sie mußte ja für sich sorgen um nicht zu verhungern.

Ich finde ein solcher Hund hat es verdient in Deutschland ein eigenes Körbchen zu besitzen.Wahrscheinlich ist sie auch so dankbar weil sie auch die andere Seite des Lebens kennengelernt hat.Dieser Hund ist begierig alles Neue zu erlernen und unendlich treu und dankbar.

Ich habe die Entscheidung mir einen Auslandshund anzuschafen keine Sekunde bereut und würde es immer wieder tun.Ich spiele sogar mit dem Gedanken eine Pflegestelle für einen weiteren Hund anzubieten,damit möglichst viele Hunde eine zweite Chance in ihrem Leben erhalten.

Abschließend möchte ich allen Skeptikern und Zweiflern eine Frage mit auf den Weg geben.Warum fahren Sie ein ausländiches Fahrzeug?Es gibt doch genug deutsche Fabrikate .Muß es denn unbedingt ein im Ausland produziertes Fernsehgerät sein?Warum um alles in der Welt möchten Sie ein ausländisches Kind adoptieren.Es gibt auch so etwas wie Kinderarmut vor unserer Haustür.

An alle Tierschützer:Laßt den Tierschutz nicht an der Grenze enden!

Vielen Dank Corinna und Santa!